Worum es eigentlich geht …

Johann Salamander ist kein Detektiv im klassischen Sinne. Weder pflastern Leichen seinen Weg, noch sieht er sich besonders oft ebenso blonden wie üppigen Ladys gegenüber, die selbst mindestens so gefährlich wie ihre Aufträge sind. Sogar ziemlich selten, wenn man ehrlich ist. Er hat auch keine Probleme mit seiner Exfrau (weil er keine hat. Doch, Probleme hat er mehr als genug, aber eben keine Ex oder Frau). Ebenso fehlt ein narrativ schmückendes Alkoholproblem (außer vielleicht den Beitrag, den ein gepflegtes Schlückchen hier und da zu seinem molligen Äußeren leistet).
Er besitzt auch keinen Doktor „What’s on?“, keinen Goofy, dem er alles erklären darf, damit jemand wie Sie dem Geschehen besser folgen kann. Sorry.
Kernige Sprüche gibt es bei ihm eigentlich nur, wenn er sich selbst über seinen Job als Detektiv lustig macht, kernige Kerle sind leider meist die anderen und ein Kochlöffel ist ihm die eindeutig liebere Waffe als eine Knarre …

Und dennoch stolpert er von einem haarsträubenden Abenteuer zum nächsten und ist als Fachmann für besonders knifflige und mysteriöse Fälle äußerst beliebt. Nun gut. Nicht, dass seine Kunden eine andere Wahl hätten. Schließlich ist die Detektei Salamander eine Firma, die sich auf höchst Merkwürdiges spezialisiert hat.
Wenn Sie also das ganz starke Gefühl haben, dass Ihre Welt komplett aus den Fugen gerät oder möglicherweise gar nicht mehr die Ihre sei … zu wem wollen Sie bitteschön sonst gehen?


Aus Johanns persönlichen Aufzeichnungen:

AufzeichnungenEintrag vom 21.Oktober
Verdammt. Manchmal fühle ich mich echt wie eine Art kriminalistischer Müllschlucker. Zu mir kommen alle, die sonst nirgends hinkönnen, weil man ihnen sowieso nicht glauben würde. Zu mir können sie immer kommen. Nicht, dass ich mich drum reißen würde, bestimmt nicht! Überhaupt, wenn ich dran denke, dass ich zu diesem vermaledeiten Job gekommen bin wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde. Nein, die Metapher haut nicht so richtig hin. Gemeinhin denkt man da ja an eine ganz bestimmte Jungfrau, die zum Kinde kam und durchaus nichts gegen diesen Umstand hatte, jauchzet, frohlocket und „hach, schaut doch nur, der süße kleine Pillermann und der goldige Heiligenschein“. Und Ochs und Esel freuten sich. Nichts an diesem Bild hat etwas damit zu tun, wie ich mich damals habe reinlegen lassen. Wenn man es aber unbedingt benutzen muss, dann stelle man sich an dieser Stelle die „freudige Überraschung“ besser als schmerzhafte Erfahrung vor, die in einem Haufen Geschrei und einem Berg von vollgekackten Windeln endete. Und Ochs und Esel, das war ich.
Schluss mit den Metaphern, Tacheles! Warum ich Detektiv geworden bin?

Ich habe einen Lieferschein unterschrieben, ohne mir genau anzusehen, was ich da genau geliefert bekam und entgegennahm. Und die Rechnung war … exorbitant? Nicht von dieser Welt?
Nicht gerade ein faustischer Vertrag mit einem Teufel, „unterrrzeichne einfach hierrr mit einem Trrrrrrrrröpfchen Bluut, es wirrd auch wirrklich gar nicht wehtun!“
Wenn ich es mir recht überlege: Wohl eher irgendeine göttliche Instanz mit viel zu viel Freizeit und der damit einhergehenden Art von lausbübischen Humor. In der Art von „haha, schau mal, wie der Käfer lustig versucht, weiterzukrabeln mit der Nadel im Panzer!“
So kommt es mir jedenfalls vor.

Die Gründe, warum ich danach nicht einfach die Beine in die Hand genommen habe? Warum ich dann weitergemacht habe? Nach dem ersten Fall hätte ja eigentlich die Möglichkeit bestanden.
Ich frage mich heute immer und immer wieder, warum ich eben das nicht getan habe und habe mir viele halbgare Entschuldigungen zurechtgelegt.

Ich habe ja auch nicht viel mit einem normalen Detektiv gemein. Zumindest nichts mit den Stereotypen der klassischen Schnüffler-Literatur. Die Detektei besteht nur aus mir, ich habe nicht mal eine ewig mit Nagelpflege beschäftige Vorzimmerdame, der ich drölfeinhalb Monatsgehälter schulde. Und ich mixe mir nachmittags nur sehr selten einen „Drink“. Ich fahre keinen Sportwagen, sondern nehme lieber die U-Bahn und ich habe, sehr zu meinem Bedauern, keine Off-Stimme, die meine Gedanken laut den Umstehenden übersetzt, während ich meinen Mund nicht bewege. Dabei wäre das unfassbar schön, wenn ich auf diese Art so manchem Idioten mal die Meinung sagen könnte, ohne das Lächeln aus meinem Gesicht zu entfernen. Außerdem könnte ich mit etwas Geduld und einer Bauchrednerpuppe wahrscheinlich ein Vermögen machen.

Also: Eigentlich habe ich nichts von einem Detektiv und ich kann noch immer nichts Kluges zu meiner Verteidigung vorbringen, warum ich es nicht gelassen habe, als die Chance bestand.
Obwohl. Ein Klischee kann ich ja durchaus benutzen:
Ich war mal wieder knapp bei Kasse.
Aber sobald ich endlich genug Geld für mein eigenes Restaurant habe, höre ich auf. Ja, ehrlich! Ich kann jederzeit aufhören, wenn ich will!

Außerdem stand es nun einmal schon so an meinem Türschild.
Und irgendjemand musste sich ja um die ganzen Leute kümmern, die dachten, ihre Fantasie spiele ihnen einen Streich und die fest davon überzeugt waren, sie müssten bald komplett den Verstand verlieren. Okayokay. Ich hatte den Vorteil, dass der Spruch „Ich glaube Ihnen“ überzeugend rüberkam, weil ich ihnen tatsächlich fast immer glaubte. Schließlich waren die ganzen haarsträubenden Geschichten, die ich erlebt hatte, ein eindeutiges Indiz dafür, dass auch andere Leute einen Haufen skurrilen Bockmist erlebt haben konnten, der alles andere als ein bloßes Hirngespinst darstellte.
Also gut, also gut. Ich fühlte mich irgendwie verpflichtet.
Und jetzt haben wir den Salat.

Hmmm. Salat. Ich glaube, ich esse einen.


Kartoffelsalat „The Green Man“

Rezept -500g Kartoffeln, vorw. festk., gekocht (am besten am Vortag etwas mehr kochen und für den Salat übrig lassen.
-2 Frühlingszwiebeln
-1 Salatherz
- ¾ Tasse Gemüsebrühe (am besten Vegeta)
-1 EL Senf, mittelscharf
-1 TL Olivenöl
- „Balsamico“-Essig, weiß
- Salz
-1 TL Zitronensaft

Kartoffeln in dünne Scheiben in eine große Schüssel schneiden (oder passende Reibe benutzen).
Von den Frühlingszwiebeln eventuell schlaffes Grün entfernen und den Rest in nicht zu kleine Ringe schneiden. Zu den Kartoffeln geben und mit der noch heißen Gemüsebrühe vermengen. Danach Senf, Olivenöl, Zitronensaft und 5 EL Balsamico dazugeben und gut durchmischen. Je nach Geschmack mehr Balsamico unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Salat kurz abbrausen, abtropfen lassen und Blätter in ca. 2cm dicke Streifen schneiden. Auf den Kartoffelsalat legen.
Kurz vor dem Servieren durchmengen.
Notiz an mich selbst: Passt gut zu Gebratenem aller Art, z.B. meinen Grünkernbratlingen, Risottoküchlein oder Sojafrikadellen.